CIP-Reinigung bei Exzenterschneckenpumpen

17.06.2010

Pumpen müssen sich rückstandsfrei reinigen lassen und das möglichst an ihrem Einsatzort. Das Verfahren dazu trägt die aus dem Englischen stammende Bezeichnung „Cleaning in Place“ (CIP) und bedeutet, dass Rohrleitungen, Tanks und eben auch Pumpen in mehreren Reinigungsgängen so gesäubert werden, dass sie z. B. den Hygienevorschriften der Lebensmittelgesetze entsprechen. 

Entscheidend dabei ist, dass die einzelnen Spülvorgänge mit einer bestimmten Strömungsgeschwindigkeit gefahren werden können, so dass absolut kein Restschmutzfilm zurückbleibt. Wie aber wendet man dieses Prinzip bei Exzenterschneckenpumpen an?

KNOLL Maschinenbau sieht für die Pumpen seiner MX-Reihe eine Strömungsgeschwindigkeit von mindestens 1,5 bis 2,0 Meter/Sekunde für alle Spülvorgänge vor, wobei über einen Stutzen und eine zusätzliche Leitung (sog. CIP Bypass) die Rotor-Stator-Einheit von der Spülflüssigkeit teilweise umgangen werden kann.

 Je nach Förderleistung der MX-Pumpen können sich die Pumpen auch selbst reinigen, das heißt, es ist kein Bypass und auch kein zusätzlicher CIP-Stutzen erforderlich, denn CIP-Stutzen ergeben auch wieder Toträume und je nach Reinigungszyklen kann es hierbei zu hygienischen Problemen kommen. In diesem Fall saugen sich die Pumpen ihr Reinigungsmedium an und fördern die Flüssigkeit dank totraumarmer Konstruktion und optimaler Antrömung durch die Innenräume ohne zusätzliche CIP-Pumpe und erreichen eine Reinigung entsprechend den EHEDG-Vorschriften, wie ein Gutachten des Forschungszentrums Weihenstephan der Technischen Universität München im April 2010 festgestellt hat:

„Die Testergebnisse des EHEDG-Reinigbarkeitstests zeigen, dass die Exzenterschneckenpumpe reinigungsfähig ist. … Es sind keinerlei Problemstellen vorhanden, die die Reinigungseffektivität beeinflussen würden. … Die Pumpe kann ohne Bypass CIP gereinigt werden und besitzt dadurch weniger hygienische Problemstellen.“

Der Ablauf einer Reinigung hängt im Einzelnen natürlich stark vom Einsatzzweck der jeweiligen Pumpe ab. Exemplarisch sind folgende Schritte denkbar:

  1. Restausschub: Das Entleeren der Pumpe vor dem eigentlichen Reinigungsprozess;
  2. Kurzvorspülung: Ein kurzer Spülgang (in einen Zieltank) zur Abwasservermeidung;
  3. Vorspülung: Die Beseitigung lose anhaftender Schmutzbestandteile durch Frischwasser;
  4. Reinigung: Das Ablösen und Abschwemmen aller anhaftenden Verschmutzungen durch eine Reinigungslösung;
  5. Zwischenspülung: Das Ausspülen der Reinigungsmittellösung sowie von Schmutzresten aus der Anlage;
  6. Desinfektion: Ein weiterer Reinigungsschritt zur Reduzierung von Mikroorganismen;
  7. Nachspülung: Das Ausspülen von Desinfektionslösungen mit Trinkwasser.

Als Reinigungsmittel empfiehlt KNOLL Maschinenbau Frischwasser zum Vorspülen, Natronlauge 1-2%tig bei 60-80 Grad Celsius als alkalische Spülung, Frischwasser als Zwischenspülung, Salpetersäure 1-1,5%tig bei 50-70 Grad Celsius als saure Spülung sowie Frischwasser als Nachspülung.

Sollten andere Reinigungs- oder Desinfektionsmittel zum Einsatz kommen, empfehlen wir dringend eine Rücksprache mit uns, da nicht sicher gestellt ist, dass die Pumpe gegenüber diesen Werkstoffen in jedem Fall beständig ist.

Abschließend sei erwähnt, dass die hohe Servicefreundlichkeit der MX-Pumpen eine Demontage zur Reinigung einfach und schnell zulässt. Die Einzelkomponenten der Pumpen können entweder manuell abgespritzt oder eine Spülküche bzw. Spülstraße durchlaufen. Zur Vereinfachung der Demontage führt KNOLL eine Reihe von Hilfsmitteln im Programm.