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Das Baukastensystem der MX: Flexibilität dank Modularität

Wenn Pumpen in industriellen Fertigungsprozessen im Einsatz sind, müssen sie hohen Anforderungen gerecht werden können. Meist steht dabei ihre Förderleistung und der erforderliche Gegendruck im Vordergrund der Betrachtung. Da Pumpen langlebige Investitionsgüter sind, lohnt sich auch ein Blick auf ihre Modularität: Ändern sich die Produktionsverhältnisse, ändern sich nämlich auch die Anforderungen an die Pumpe.

Im Falle der Exzenterschneckenpumpen von KNOLL Maschinenbau schafft deren Baukastensystem die optimale Voraussetzung für eine Adaption an sich ändernde Produktionsbedingungen. Im Falle der MX20 lassen sich aus dem Grundmodell 9 Baugrößen ableiten, so dass im Ergebnis die Pumpe durch Austausch weniger Teile optimal an die Parameter bezüglich Förderleistung und Druck angepasst werden kann. Erreicht wird dies durch Modulringe, die die unterschiedlichen Durchmesser der Pumpsatzgrößen im Sauggehäuse bwz. Druckstutzen ausgleichen.

Das Baukastensystem hat aber nicht nur Vorteile für die Endanwender, sondern auch für Anlagenbauer: Diese können die Anzahl ihrer eigenen Konstruktionsbauteile deutlich dezimieren. So gesehen ist das saugseitige Anschlussmaß um die Höhe von 9 Pumpengrößen immer identisch und nur die Länge variiert.

Selbst größere Sauggehäuse können bei Bedarf an die bestehenden Bauteile schnell und einfach ohne zusätzliche Bauteile adaptiert werden. Dies macht bei Medien mit großen Stückigkeiten oder bei sehr hoch viskosen Medien Sinn.

Betrachtet man also die MX von KNOLL unter dem Aspekt der Lebenszykluskosten, bringt das Baukastensystem Vorteile. Denn die sich aus ihm ergebende Flexibilität mit wenigen Bauteilen sorgt dafür, dass aufgrund der einfachen Austauschbarkeit der Komponenten nicht nur die Ersatzteilversorgung vereinfacht wird, sondern auch die schnelle und flexible Umrüstung auf wechselnde Einsatz-Szenarien.

Damit wird die Exzenterschneckenpumpe MX für viele Anwendungsfelder zu einer lohnenden Investition, weil sie nicht nur auf der technischen, sondern auch der wirtschaftlichen Ebene überzeugen kann.

MX-Pumpen entsprechen den 3-A Sanitary Standards

Die Exzenterschneckenpumpen von KNOLL Maschinenbau entsprechen nun auch dem  3-A Sanitary Standard der USA. Neben der Zertifizierung nach EHEDG erfüllen die MX-Pumpen damit einen weiteren, sehr wichtigen Hygienestandard, was einmal mehr ihre Eignung für den Einsatz unter höchsten Hygiene-Anforderungen unterstreicht.

Der 3-A Sanitary Standard geht im Kern zurück auf die 1920 gegründete 3-A-Organisation, die als Zusammenschluss dreier Non-Profit-Organisationen das Ziel hatte, Kriterien für die Ausrüstung und damit die Produktqualität von Molkereien zu schaffen. Damit sollte die Gesundheit der Endverbraucher von Milchprodukten geschützt werden. Seit 2002 gibt es zudem die 3-A Sanitary Standard Inc. als Tochterfirma der 3-A Organisation, die verbindliche Standards definiert und über deren Einhaltung wacht. Die Arbeit der 3-A Organisation wird inzwischen weit über die USA hinaus als verbindlich anerkannt und längst nicht mehr nur in der Produktion von Milch angewandt, sondern z. B. auch im pharmazeutischen Bereich.

Die Zertifizierung selbst bezieht sich bei 3-A im Wesentlichen auf die konstruktiven Merkmale, also den konstruktiven Aufbau, Oberflächenbeschaffenheit und die verwendeten Werkstoffe bzw. Elastomere. Selbst die Hersteller der Dichtungen müssen hierzu eine entsprechende Zertifizierung ihrer Produkte haben. Im Einzelnen reicht das bis auf die Ebene der in die Fertigung involvierten Mitarbeiter, die für bestimmte Tätigkeiten selbst zertifiziert sein müssen.

Dieses Verfahren unterscheidet sich grundlegend von einer Zertifizierung nach EHEDG, wo die Pumpe einem Testbetrieb unter praxisähnlichen Umständen unterzogen wird.

Eine Besonderheit der MX-Pumpe von KNOLL ist es, dass sie die Zertifizierung nach 3-A in ihrer Standardausführung nur mit ganz geringen Modifizierungen und über die Baureihen MX20 / MX30 / MX50 erhalten hat. Für Käufer dieser Pumpen kann dies einen signifikanten Preisvorteil bedeuten, weil hier nicht auf Sonder- bzw. Einzelanfertigungen zurückgegriffen werden muss. Zudem gestaltet sich die Versorgung mit Ersatzteilen einfacher und schneller, da die geforderte hohe Qualität bereits im Serien-Standard enthalten ist.

Pumpen und ihre Temperierung

Viele Fertigungsprozesse kommen heute ohne den Einsatz von Pumpen nicht mehr aus. Dabei spielt oft nicht nur der reine Pumpvorgang eine Rolle, sondern auch die Temperatur, weil die Transportmedien auf einem ganz bestimmen Temperaturlevel gehalten werden müssen. Die Pumpe muss also auch temperieren können, womit sowohl die Kühlung als auch die Erwärmung gemeint sein kann.

Bei sensiblen Transportgütern muss zudem gewährleistet sein, dass sie unter keinen Umständen mit dem Temperiermedium in Kontakt kommen. Eine Verunreinigung muss ausgeschlossen werden können. KNOLL Maschinenbau hat deshalb seine Exzenterschneckenpumpen der MX-Reihe so ausgelegt, dass ihre Temperierung mit Dampf, Wasser oder Öl möglich ist und sie zugleich gegenüber dem Transport absolut dicht bleiben.

Zum Einsatz kommt dafür ein aufgeschweißter Doppelmantel mit zwei Kammern (je einer für das Sauggehäuse und einer für den Pumpsatz). Diese Lösung bietet mehrere Vorteile:

  1. Hohe Druckstabilität: Der Doppelmantel hält einem Druck von bis zu 5 Bar problemlos stand, wenn etwa die Pumpe im Rahmen einer umfassenden Temperierung von Rohrleitungen und Behältern mitbedient werden soll.
  2. Gute Temperiereigenschaft: Der Stator der MX in EvenWall-Ausführung bietet eine relativ große Oberfläche bei gleichmäßiger Elastomerwandstärke und damit sehr gute Eigenschaften für die Temperierung.
  3. Hohe Servicefreundlichkeit: Auch mit der Temperierung bleibt die MX von KNOLL eine ausgesprochen servicefreundliche Pumpe, weil alle Teile weiterhin gleichermaßen gut zugänglich sind.
  4. Relining beim Stator: Kommt es zu Verschleiß am Stator, so kann dieser wiederaufgearbeitet werden. Dazu wird das verbrauchte Elastomer ausgebrannt, so dass der Statormantel für eine erneute Vulkanisation verwendet werden kann. So werden Kosten gespart und die Umwelt geschont.

Abschließend ist noch zu erwähnen, dass diese Exzenterschneckenpumpe einen hohen Wirkungsgrad aufweist und kaum einen Wärmeeintrag auf ihre Transportmedien leistet. Eine Aufheizung findet damit praktisch nicht statt, so dass ein “wohltemperierter” Pump- bzw. Transportvorgang mit der MX von KNOLL gewährleistet ist.

Hygienisch pumpen nach EHEDG

Für Maschinen und Apparate, die bei der Herstellung von Nahrungsmitteln zum Einsatz kommen sollen, ist die Einhaltung der EHEDG-Richtlinien heute ein verbindlicher Standard, der weit über Europa hinaus Geltung erlangt hat. Dies gilt natürlich auch für Pumpen in der Nahrungsmittelproduktion.

Das Grundziel der EHEDG-Richtlinie ist die Vermeidung der mikrobiellen Kontamination von Nahrungsmitteln. Dadurch wird der mikrobiologischen Sicherheit und Qualität der Nahrungsmittel Rechnung getragen. Die Richtlinien beziehen sich auf den konstruktiven Aufbau, die Oberflächenbeschaffenheit, die verwendeten Materialien, die Reinigungsfähigkeit sowie die Vermeidung des Eindringens bzw. des Wachstums von Mikroorganismen in den Maschinen und Apparaten.

Wie wir bereits hier im Blog berichtet haben, ist die MX nach EHEDG zertifiziert und KNOLL Maschinenbau hat im Juni 2010 die dazu gehörende Urkunde überreicht bekommen. Als bemerkenswert wurde bei der Prüfung der MX-Pumpe durch das Forschungszentrum Weihenstephan für Brau- und Lebensmittelqualität der Technischen Universität (TU) München festgestellt, dass sich die MX dank ihrer aseptischen Konstruktion in der Regel auch ohne zusätzliche CIP-Pumpe reinigen lässt.

Dabei kann auf Bypässe und Ventile verzichtet werden. Diese bilden in den meisten Fällen nur unerwünschte Toträume, die nur im Reinigungsprozess durchströmt werden.

Ein weiterer Vorteil hinsichtlich der Hygiene ist der Selbstreinigungseffekt der MX: Für die Entleerung der Pumpe ist das Sauggehäuse mit einem besonderen Saugstutzen ausgestattet, der horizontal und tangential aufgeschweisst wird, so dass beim Sauggehäuse ebenso wie beim exzentrischen Druckstutzen der Selbstentleerungseffekt eintritt.

Die Vorteile der Exzenterschneckenpumpe gegenüber anderen Pumpsystemen

Wird eine Fertigungsanlage neu geplant oder soll eine bestehende Anlage umgerüstet werden, stellt sich meist auch die Frage nach dem richtigen Pumpsystem: Welcher Pumpentyp ist der Richtige? Folgende Argumente sprechen für die Exzenterschneckenpumpe:

  1. Schonende Förderung des Mediums: Die Förderkammern im Pumpsatz bleiben immer konstant, so dass das Produkt weder gequetscht noch geschert wird.
  2. Unterschiedliche Viskositäten werden gleichermaßen gut bedient: Von nieder- bis hochviskose Medien transportiert die Exzenterschneckenpumpe alles, sogar stichfeste oder gasbeladene Medien. Sie ist damit ausgesprochen flexibel und vielseitig im Einsatz.
  3. Kein Rückfluss in die Pumpe: Die Exzenterschneckenpumpe schließt beim Stillstand wie ein Schieber ab (ventillose Pumpe), so dass kein Medium in den Tank zurückfließen kann.
  4. Sehr gutes Ansaugverhalten: Mit ihrem sehr guten Ansaugverhalten eignet  sich diese Pumpe optimal zum Entleeren von Fässern, Mischern und Behältern aller Art. Die Exzenterschneckenpumpen von KNOLL erzeugen dabei in ihrer Saug-, Tauch- bzw. Folgeplattenversion einen Unterdruck von bis zu 0,2 bar absolut.
  5. Exaktes Dosieren: Durch die pulsationsarme Förderung des Mediums wird ein ausgesprochen exaktes Dosieren auch ohne Ventil möglich.
  6. Lineare Kennlinie: Weil es bei der Exzenterschneckenpumpe von KNOLL keinen Rückfluss gibt, steigt hier die Förderleistung immer proportional zur Drehzahl. Damit erstreckt sich der optimale Wirkungsgrad dieser Pumpe über einen sehr weiten Bereich.
  7. Für hohe Drücke geeignet: Die Exzenterschneckenpumpen von KNOLL erreichen eine Druckerhöhung von bis zu 80 bar, was sie für den anspruchsvollen Anlagenbau interessant macht.

Die MX-Pumpen von KNOLL sind damit in sehr unterschiedlichen Anwendungsgebieten im Einsatz. Hier eine Auswahl von Medien, die mit diesen Exzenterschneckenpumpen optimal gefördert werden:

  • In der Lebensmittel- und Getränkeindustrie: Milchprodukte, rohe und gekochte Früchte, Fruchtmaischen, Konzentrate (z. B. von Säften), Flüssigei, Teige mit unterschiedlichem TA-Gehalt, Farb- und Aromastoffe, Butter, Fertiggerichte, Roh- bzw. Hilfsstoffe sowie fertige Massen für die Süßwarenindustrie, Schokolade (mit und ohne Stückigkeiten), Tiernahrung;
  • Im Bereich Chemie, Biochemie, Pharmazie und Kosmetik: Farben und Lacke, Harze, Wachse, Klebstoffe, Roh- und Hilfsstoffe für die Pharmazie, Peelings, kosmetische Produkte (auch Produkte aus der Bio- bzw. Naturkosmetik).

Warum KNOLL auf Kardangelenke für die MX-Pumpe setzt

Ein ganz entscheidendes Bauteil jeder Exzenterschneckenpumpe ist das Gelenk, mittels dessen die Kraftübertragung von der Antriebswelle auf den Rotor erfolgt. In der Praxis finden sich hier ganz unterschiedliche Lösungen, wie das Bolzengelenk oder der Biegestab.

KNOLL Maschinenbau hat sich bei seinen Pumpen der MX-Reihe für das Kardangelenk entschieden. Es zeichnet sich durch große Robustheit aus, was unter anderem beim Einsatz in Dosiervorgängen wichtig ist: Ein intermittierender Betrieb bringt hohe Belastungen für das Gelenk mit sich, das dabei unter keinen Umständen ausschlagen darf. KNOLL setzt deshalb für seine Kardangelenke auf gleich hohe Standards wie sie auch in der Automobilindustrie an bauähnliche Gelenke gerichtet werden. Die Robustheit des Kardangelenks ist aber nicht nur beim Dosieren vorteilhaft, sondern auch beim Pumpen hochviskoser Medien sowie beim Arbeiten mit hohen Drücken.

Kardangelenk einer Exzenterschneckenpumpe von KNOLL Maschinenbau

Zugleich sollte das Gelenk nicht nur robust sein, sondern auch die Strömungseigenschaften der Pumpe optimal unterstützen. Bei der MX-Pumpe von KNOLL wird eine durchgehend gleiche Strömungsgeschwindigkeit im Sauggehäuse erreicht, weil das Kardangelenk über seine gesamte Baulänge den gleichen Durchmesser aufweist.

Darüber hinaus muss das Gelenk die Pumpe natürlich auch in Fragen der Hygiene optimal unterstützen. Je nach Transportgut muss hier sehr hohen Hygieneanforderungen entsprochen werden können. Das Kardangelenk der MX ist deshalb mit einer speziellen Hygienemanschette versehen und kommt so mit dem Transportgut nicht in Berührung, was den Einsatz einer Lebensdauerschmierung des Kardangelenks ermöglicht. Dessen Schmierung mit Pflanzenfett ist bei bei allen Modellen der MX auf die gesamte Lebensdauer des Gelenks ausgelegt. Produktseitig unterstützt die Manschette die Reinigungsfähigkeit der Pumpe optimal durch ihre totraumarme Konstruktion. Die Abbildungen zeigen das Kardangelenk der MX ohne (oben) und mit (unten) Manschette.

Durch den Einsatz eines Kardangelenks muss das Gelenk der MX nicht mehr zu den Verschleißteilen gerechnet werden. Sollte es dennoch einen Ausfall geben, sind kurze Stillstandszeiten gewährleistet, da sich diese Exzenterschneckenpumpe einfach und rasch demontieren und ebenso wieder zusammensetzen lässt.

Damit ist die MX von KNOLL Maschinenbau ohne Zweifel eine gute Wahl, nicht zuletzt auch unter den Gesichtspunkten von Total Cost of Ownership (TCO).

Premiere der MX100 auf der Process Expo in Chicago

Auf der Process Expo in Chicago (17. bis 19.07.2010) präsentierte KNOLL Maschinenbau erstmals die MX100, eine Exzenterschneckenpumpe die das Sortiment von KNOLL nach oben erweitert. Mit ihrer beeindruckenden Größe war sie ein echter Blickfang auf der Messe.

Die MX100 folgt exakt dem gleichen Konstruktionsprinzip wie ihre kleineren Varianten. Sie eignet sich als Transferpumpe für große Volumina, etwa beim Be- oder Entladen von Lastwagen, Güterwaggons oder Schiffen. Ihre Förderleistung erreicht 200 m³ (pro Stunde) bzw. 200.000 Liter (pro Stunde). Der maximale Druck liegt bei 40 Bar.

Eine Besonderheit stellt ihre Fähigkeit dar, im Transportgut relativ große Stücke mitzuführen. Ihr freier Kugeldurchgang beträgt nämlich 110 mm, was insbesondere für die Nahrungsmittelindustrie sehr interessant sein kann: Die MX100 kann problemlos Obst, Gemüse oder auch ganze Fische so schonend transportieren, dass diese empfindlichen Transportgüter dabei nicht beschädigt werden.

Natürlich liegen für die MX100 alle erforderlichen Zulassungen vor und sie kann entsprechend dem bewährten Baukastenprinzip der MX-Pumpen individuell an vordefinierte Produktionsprozesse angepasst werden. Wie die Abbildungen zeigen, bietet auch diese große Exzenterschneckenpumpe einen Stator in EvenWall®-Ausführung.

Damit war sie auf der Process Expo genau am richtigen Ort: Diese auf die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie zugeschnittene Messe zeigte alles rund um die Herstellung und Verpackung industriell gefertigter Lebensmittel (Convenience Food). Sie wurde von einem Publikum mit hohen Erwartungen frequentiert, das dem “Eyecatcher” MX100 nicht nur Neugier, sondern konkretes Interesse entgegen brachte und deutlich machte, dass am Markt durchaus Bedarf an einer solchen Pumpe besteht. Für das Unternehmen KNOLL, das zum zweiten Mal auf dieser amerikanischen Messe vertreten war, war die Teilnahme ein großer Erfolg.

Eingebaute Servicefreundlichkeit: MX-Pumpen zerlegen und wieder montieren

Zu den entscheidenden Anforderungen an eine Pumpe gehört ihre Servicefreundlichkeit. Dies betrifft nicht nur die Wartung oder den Austausch von Verschleißteilen, sondern auch ihre Reinigung: So ist in den Fertigungsprozessen vieler Hersteller vorgeschrieben, dass die dabei zum Einsatz kommenden Pumpen nach jeder Charge (etwa einer Batch Production) vollständig zerlegt werden müssen.

Exzenterschneckenpumpen von KNOLL haben damit keine Probleme. Im Gegenteil: Die MX-Reihe ist schon vom Entwurf her auf eine servicefreundliche Gesamtkonstruktion ausgelegt, so dass mit ihrem Einsatz die Mean Time To Repair (MTTR) möglichst kurz gehalten werden kann.

Bei den kleineren Baureihen (MX10 und MX20) erleichtern Clamp-Verschlüsse die Montage bzw. Demontage. Zudem kann mit ihnen jede Trennstelle an der Pumpe für sich geöffnet werden, ohne dass gleich die gesamte Pumpe zerlegt werden muss. Bei den größeren Modellen treten an die Stelle der Clamp-Verschlüsse DIN-Schrauben, die ebenfalls eine Schnellzerlegung erlauben.

Bei allen Modellen kann über ein Servicefenster die rotierende Einheit gelöst und damit die Pumpe auseinander gezogen werden. Auf diese Weise wird auch die Dichtung zwischen Sauggehäuse und Lagerstuhl schnell zugänglich gemacht.

Die rotierende Einheit von Rotor und Stator kann ebenfalls leicht und schnell entfernt bzw. wieder eingesetzt werden, weil dazu nur die Schnittstelle am Sauggehäuse sowie die rotierende Einheit über das Servicefenster gelöst werden müssen. Ein aufwendiges Abdrehen der Statoren mit Kettenzangen gehört bei den Exzenterschneckenpumpen von KNOLL der Vergangenheit an.

Zerlegt man eine Pumpe der MX-Reihe und setzt sie wieder zusammen, so passt jedes Teil genau an seinen konstruktiv vordefinierten Platz. Ein “Puzzle” kann nicht entstehen und die Pumpe auch nicht falsch montiert werden. Zudem verhindern verliersichere Verbindungselemente das unbeabsichtigte Lösen von Pumpenteilen.

Exzenterschneckenpumpen von KNOLL bieten damit eine optimale Symbiose von anspruchsvoller Technik zum Transport hochviskoser Medien einerseits und den Anforderungen an die Servicefreundlichkeit andererseits, bei der jegliches Handling der Pumpen möglichst einfach und schnell durchführbar sein muss.

Pumpen für die Papierindustrie

Papier ist geduldig, sagt uns das Sprichwort. Sein Herstellungsprozess ist damit aber nicht gemeint, denn die Produktion von rund 3.000 Papiersorten (allein in Deutschland) ist ein sehr anspruchsvoller Vorgang. Exzenterschneckenpumpen von KNOLL kommen dabei an den unterschiedlichsten Stellen zum Einsatz, etwa direkt an der Papiermaschine (für Streichfarbe) oder auch in der Streichküche (für verschiedene chemische Zusätze).

Für die MX-Pumpen von KNOLL beim Einsatz in der Papier- bzw. Zellstoffindustrie sprechen ihre konstruktiven Merkmale:

  1. Pulsationsarme Förderung: Sie erlaubt einen gleichmäßigen Transport und auch bei schwankenden Mediumstemperaturen bleibt die Kennlinie konstant. Ein exaktes Dosieren von Medien aller Art, die auch hochviskos oder abrasiv sein können, ist gewährleistet.
  2. Große Förderleistung: In den Ausführungen als MX 100 sind Förderleistungen von bis zu 200.000 Liter pro Stunde möglich.
  3. Kompakte Bauform: Durch den Einsatz der EvenWall-Technologie sind MX-Pumpen kurz gebaut und damit auch bei schwierigen räumlichen Verhältnissen gut einsetzbar. Pro Druckstufe ist beim EvenWall-Stator eine Druckerhöhung von 10 Bar möglich.
  4. Geeignet für hohe Drücke: Sowohl die Rotor-Stator-Einheit kann problemlos unter hohem Druck arbeiten, also auch das sehr robuste, nadelgelagerte und lebensdauergeschmierte Kardangelenk. Exzenterschneckenpumpen von KNOLL sind generell mit einem Lagerstuhl ausgetattet, so dass die axialen und radialen Kräfte nicht auf das Getriebe übertragen werden. Die Getriebe werden dadurch zuverlässig geschont.

In der Praxis findet man MX-Pumpen von KNOLL etwa bei der Förderung von Papierpulpe, meist in der Ausführung als Rachenversion. Diese beherrscht den Transport von kaum oder nicht mehr fließfähigen Produkten wie Pulpe.

Daneben kommt sie auch in der Streichküche zum Einsatz, wenn es darum geht, unterschiedliche chemische Zusätze exakt zu dosieren und zu transportieren. In ihrer Chemieausführung fördern die MX-Pumpen Calciumcarbonat, Füllstoffe aller Art, Leime, Latex, Stärke, Streichfarbe oder Titandioxid. Dabei dürfen Medien wie Streichfarbe auch heiß, stark abrasiv, umweltbelastend bzw. gefährlich sein, Leistung und Zuverlässigkeit der Pumpen werden davon nicht beeinträchtigt.

Ein weiterer Pluspunkt der MX-Pumpen ist der großzügig gestaltete Dichtungsraum, in den man je nach Anforderung verschiedenste Wellenabdichtungen verbauen kann. Abhängig vom Medium bietet KNOLL doppelt wirkende Gleitringdichtungen für Sperrüberdruck (geschlossene Systeme) oder als drucklose Quenchvorlage zur Kühlung oder Schmierung der Dichtflächen an.

Insgesamt unterstützen somit Exzenterschneckenpumpen von KNOLL die Papier- und Zellstoffindustrie bei ihrem kostensensitivsten Punkt: Dem Materialeinsatz (Materialverbrauch) in der Herstellung. Ein schneller Transport auch unter hohen Drücken, exakte Dosierungen und sehr kurze Standzeiten (für Reinigung und Wartung) tragen dazu bei, eine kostenoptimale Produktion von Papier zu erreichen.

CIP-Reinigung bei Exzenterschneckenpumpen

Pumpen müssen sich rückstandsfrei reinigen lassen und das möglichst an ihrem Einsatzort. Das Verfahren dazu trägt die aus dem Englischen stammende Bezeichnung “Cleaning in Place” (CIP) und bedeutet, dass Rohrleitungen, Tanks und eben auch Pumpen in mehreren Reinigungsgängen so gesäubert werden, dass sie z. B. den Hygienevorschriften der Lebensmittelgesetze entsprechen.

Entscheidend dabei ist, dass die einzelnen Spülvorgänge mit einer bestimmten Strömungsgeschwindigkeit gefahren werden können, so dass absolut kein Restschmutzfilm zurückbleibt. Wie aber wendet man dieses Prinzip bei Exzenterschneckenpumpen an?

KNOLL Maschinenbau sieht für die Pumpen seiner MX-Reihe eine Strömungsgeschwindigkeit von mindestens 1,5 bis 2,0 Meter/Sekunde für alle Spülvorgänge vor, wobei über einen Stutzen und eine zusätzliche Leitung (sog. CIP Bypass) die Rotor-Stator-Einheit von der Spülflüssigkeit teilweise umgangen werden kann.

Je nach Förderleistung der MX-Pumpen können sich die Pumpen auch selbst reinigen, das heißt, es ist kein Bypass und auch kein zusätzlicher CIP-Stutzen erforderlich, denn CIP-Stutzen ergeben auch wieder Toträume und je nach Reinigungszyklen kann es hierbei zu hygienischen Problemen kommen. In diesem Fall saugen sich die Pumpen ihr Reinigungsmedium an und fördern die Flüssigkeit dank totraumarmer Konstruktion und optimaler Antrömung durch die Innenräume ohne zusätzliche CIP-Pumpe und erreichen eine Reinigung entsprechend den EHEDG-Vorschriften, wie ein Gutachten des Forschungszentrums Weihenstephan der Technischen Universität München im April 2010 festgestellt hat:

“Die Testergebnisse des EHEDG-Reinigbarkeitstests zeigen, dass die Exzenterschneckenpumpe reinigungsfähig ist. … Es sind keinerlei Problemstellen vorhanden, die die Reinigungseffektivität beeinflussen würden. … Die Pumpe kann ohne Bypass CIP gereinigt werden und besitzt dadurch weniger hygienische Problemstellen.”

Der Ablauf einer Reinigung hängt im Einzelnen natürlich stark vom Einsatzzweck der jeweiligen Pumpe ab. Exemplarisch sind folgende Schritte denkbar:

  1. Restausschub: Das Entleeren der Pumpe vor dem eigentlichen Reinigungsprozess;
  2. Kurzvorspülung: Ein kurzer Spülgang (in einen Zieltank) zur Abwasservermeidung;
  3. Vorspülung: Die Beseitigung lose anhaftender Schmutzbestandteile durch Frischwasser;
  4. Reinigung: Das Ablösen und Abschwemmen aller anhaftenden Verschmutzungen durch eine Reinigungslösung;
  5. Zwischenspülung: Das Ausspülen der Reinigungsmittellösung sowie von Schmutzresten aus der Anlage;
  6. Desinfektion: Ein weiterer Reinigungsschritt zur Reduzierung von Mikroorganismen;
  7. Nachspülung: Das Ausspülen von Desinfektionslösungen mit Trinkwasser.

Als Reinigungsmittel empfiehlt KNOLL Maschinenbau Frischwasser zum Vorspülen, Natronlauge 1-2%tig bei 60-80 Grad Celsius als alkalische Spülung, Frischwasser als Zwischenspülung, Salpetersäure 1-1,5%tig bei 50-70 Grad Celsius als saure Spülung sowie Frischwasser als Nachspülung.

Sollten andere Reinigungs- oder Desinfektionsmittel zum Einsatz kommen, empfehlen wir dringend eine Rücksprache mit uns, da nicht sicher gestellt ist, dass die Pumpe gegenüber diesen Werkstoffen in jedem Fall beständig ist.

Abschließend sei erwähnt, dass die hohe Servicefreundlichkeit der MX-Pumpen eine Demontage zur Reinigung einfach und schnell zulässt. Die Einzelkomponenten der Pumpen können entweder manuell abgespritzt oder eine Spülküche bzw. Spülstraße durchlaufen. Zur Vereinfachung der Demontage führt KNOLL eine Reihe von Hilfsmitteln im Programm.